25 Jahre MS-Selbsthilfegruppe Vogelsberg

25 Jahre MS-Selbsthilfegruppe Vogelsberg

11.04.2011

Text Lauterbacher Anzeiger:
Der Zauber der Selbsthilfe: geteiltes Leid ist halbes Leid

MS-Kontaktgruppe Vogelsberg feierte 25-jähriges Bestehen - Mitbegründer anwesend

LAUTERBACH (ot). Auch wenn die Wissenschaft momentan keine Aussicht auf Heilung stellen kann, so strahlen manche Menschen mit Diagnose Multiple Sklerose viel Hoffnung aus: Hoffnung auf ein erfülltes Leben. Die Möglichkeit besteht durchaus, wie es Mitglieder der MS-Kontaktgruppe Vogelsberg vorleben. Oft fehlt nur die Motivation. Diese Motivation und den Rückhalt ermöglicht die MS-Selbsthilfegruppe seit 25 Jahren. Ein Grund, das ausgiebig in der Aula der Sparkasse Oberhessen in Lauterbach zu feiern.

Dass viele der Mitglieder seit einem viertel Jahrhundert neuen Mut fassen konnten, davon zeugten die vielen Anwesenden bei der Feierlichkeit. Reden, Infowände und Buffet bildeten das Rahmenprogramm. Das Funkenmariechen Pauline Lang aus Lauterbach und die Dancing-Divas aus Sandlofs lockerten die Feier mit einer Tanzeinlage auf.

Aktive Mitglieder wurden von Dr. Sibylle Starzacher, Vorstandsmitglied Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) Frankfurt, geehrt. Die Anwesenheit von Monika Dettke, Geschäftsführerin DSMG, unterstrich die Bedeutung des Jubiläums sowie die Anwesenheit vom Mitbegründer der MS-Kontaktgruppe Vogelsberg, Dr. Thomas Schulte. Der ehemalige Chef der Psychiatrie im Krankenhaus Eichhof kam extra aus Mainz angereist. „Ich war schon immer von der positiven Wirkung der Selbsthilfegruppen überzeugt“, sagte er in seiner Rede. In der Psychiatrie führe die Gruppenarbeit zu guten Heilungsfortschritten. Heilung und MS - noch gibt es keinen Konsens, dennoch hat es den Anschein, als ob die Gemeinschaft der Betroffenen den Krankheitsverlauf verlangsamt. Schulte und die Gründungsmitglieder Waltraud Haberkorn und Erich Hartmann rückten die Menschlichkeit in den Mittelpunkt der Gruppenarbeit, und aus MS-Patienten wurden mutige MS-Patienten.

„Geteiltes Leid ist halbes Leid!“, brachte es Rudolf Marx auf den Punkt. Auch abseits der offiziellen Feierlichkeiten informierte sich der Landrat des Vogelsbergkreises bei der 1. Vorsitzenden Ute Wagner, die keine Hemmungen hat, ihr Schicksal und das Schicksal ihrer Mitglieder zu thematisieren. Berührungsängste der gesunden Menschen kamen erst gar nicht auf. Mit der Erkenntnis: Rollstühle und Rollatoren können Normalität bedeuten. Zur Normalität gehörte auch die große Portion Lebensfreude und ein wenig Nervosität. Ute Wagner zeigte beides; viel Herzklopfen und -blut in ihrer Begrüßungsrede. Das machte die 1. Vorsitzende als Gastgeberin noch sympathischer. Erfreut begrüßte sie Mitglieder der MS-Selbsthilfegruppe Albatros aus Alsfeld. Ferner nahm sie sich die Zeit, um sich bei vielen Menschen und Vogelsberger Firmen zu bedanken, welche die Feier und die Arbeit der Gruppe unterstützen. Die Physiotherapeutin Petra Henkelmann bekam einen großen Blumenstrauß. Ein Dank ging auch an Arnold und Corinna Kircher, die Nordic-Walking-Lehrer.

Die Politik im Vogelsberg war durch Ulrichsteins Stadtrat Werner Funk, Herbsteins Bürgermeister Bernhard Ziegler und Lauterbachs Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller vertreten. Vollmöllers Glückwünsche richteten sich an die Verantwortlichen, deren ehrenamtlicher Einsatz für die Belange der MS-Kranken in der Region soviel Gutes bewirken konnte. Die Gruppe habe aus dem ICH ein WIR gemacht, umschrieb der Ratsherr das Gruppenmotto. „Gemeinsam begibt man sich auf den Weg mit dem Ziel, mit der Krankheit zu leben und umgehen zu können.“ Bernd Höhl, Vertriebsdirektor der Sparkasse Oberhessen, freute sich besonders, dass sein Geldinstitut die Räumlichkeiten stellen durfte.

Die goldene Ehrennadel der DSMG erhielten verdiente Mitglieder und Familienangehörige von Mitgliedern: Cornelia Euler, Waltraud Haberkorn, Heinfried Haberkorn, Erich Hartmann, Claus-Robert Mattern und Ute Wagner. Die silberne Ehrennadel der DSMG erhielt Reiner Georg.

 

Monika Dettke (links) und Sybille Starzacher (Dritte von links) von der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft zeichneten Mitglieder und Familienangehörige von Mitgliedern aus.

Ein Kommentar

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